Hirnspuk

Tagebuch des coronalen Home-Offices – Tag 5

Endlich Freitag, 20.03.2020

Irgendwie werden die Tage gerade voller als leerer – das hatte ich eher anders erwartet. Na gut, eine Lieferung an den Kunden steht noch an, außerdem ein spontaner PoC für einen anderen Kunden und zwischendrin natürlich der ein oder andere Abstimmungs-Call oder ne Kundentelko.

Während der Telko dann zufälliger Zuhörer eines Klavierkonzertes von oben – wie es scheint spielt da jemand aus der Nachbarschaft gar nicht schlecht.

Heute etwas früher Schluss gemacht, um beim Einkaufen auf nicht zu viele Leute zu stoßen. Es ist recht surreal im Supermarkt: Abstandsklebestreifen auf dem Boden und provisorische Abstandshalter per Flatterband vor den Theken.

Im Aldi ist das “Social Distancing” recht einfach. Zucker gibt es hier auf zwei Paletten, aber kein Mehl – Backen ohne Mehl wird schwierig. Dafür können wir nun eine Tüte Bandnudeln unser Eigen nennen. Es es gut, wenn hier darauf geachtet wird, dass die Kunden maximal drei Packungen Nudeln u.ä. kaufen – zumindest vermittelt uns das ein Schild, aber die Regale sind dennoch wie leer gefegt. Ach, und Klopapier ist natürlich Fehlanzeige, stattdessen finden wir an der Stelle Taschentücher. Antwort von Web.de gestern: Nein das ist kein guter Ersatz… das Zeug ist dafür gemacht, sich nicht schnell aufzulösen und verstopft somit eher, als dass es gut weggespült wird.

Im Rewe dann kommt es zu kleinen Abstand-Tänzen mit mehreren anderen Besuchern. Hier ist es deutlich schwerer Abstand zu halten, etwas verwinkelter und gefühlt auch mehr Leute, denen es gerade mal egal ist. Wir finden leere Zuckerregale – lutschen die Leute das Zeug? Aber mitten im Gang ein Lichtblick: Eine Palette Mehl :) Wir können Backen!
Zu Klopapier muss man auch hier nicht groß was sagen – da rollt der Steppen-Busch (Tumbleweed) durch die Regale. Und auch Hygiene-Produkte wie Binden könnten auf die Dauer etwas interessant werden.

Highlight des Tages

Wer suchet der findet: Zucker und Mehl sind besorgt :D

Gedanken des Tages

  • Einkaufen gehen ist wie eine andere Welt – Kulturschock – wieder viele andere Menschen :o
  • wir können unsere Blumen endlich mal würdigen
  • man fühlt sich irgendwie leicht gefangen

Beobachtung des Tages

Kurz schreiben ist schwierig – einmal angefangen, dann sprudelt es aus den Fingern, wie es scheint.

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