Hirnspuk

Schottland – Tag 20 – The Underground Vaults

Heute wird es dunkel – also nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Geschichten.

Wir haben für heute eine Untergrund-Tour gebucht, denn in Edinburgh gibt es unterirdische Gänge und Katakomben und die wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Es gibt hier mehrere Anbieter wie Mercat Tours und Mary King’s Close, wir haben uns aber für einen (wie es uns scheint) kleineren Anbieter entschieden. Vielleicht macht aber Auld Reekie Tours einfach nur weniger aggressiv Werbung. Unsere Führung haben wir schon vorab über GetYourGuide gebucht und durch Gutscheincode auch deutlich günstiger als bei den anderen Anbietern.

Wir werden auf der Royal Mile von einem im abgewetzten schwarzen Mantel gekleideten Guide begrüßt, nach der Ticketkontrolle geht es dann los. Wir folgen dem Guide schnellen Schrittes die Royal Mile hinab und halten an vier Stellen, um uns schaurige Geschichten aus der Vergangenheit erzählen zu lassen. Es geht um Geister, Folter, Verbrecher, Hexenverfolgung und vieles mehr. Unser Guide Andrew hat eine sehr lebendige Art die Geschichten zu erzählen – und er ist definitiv nicht zu leise dabei – ganz im Gegenteil.

Anschließend geht es in die eigentlich Vaults. Sie befinden sich unterhalb der South Bridge. Wir betreten spärlich beleuchtete, feucht-warme Gänge und Räume. Ursprünglich wurden hier eine zeitlang Waren gelagert, die auf Grund der Feuchtigkeit jedoch schnell geschimmelt sind. Daher wurden die Keller verlassen und durch Obdachlose und zwielichtige Banden besetzt. In kleinen Räumen haben teils 40 Personen übernachtet, in Dreck, Feuchtigkeit und Exkrementen – klar, dass sich hier Seuchen schnell verbreitet haben. Andrew macht sich einen Spaß daraus, die Gäste zu erschrecken, und verursacht so den einen oder anderen Schrei.
Wir sind nicht ganz so sicher, ob es eine gute Idee von einer Familie war, hier mit einem 9-jährigen Kind mit zukommen. Sie sah jedenfalls nicht sonderlich glücklich aus, als sie als Beispiel herangezogen wurde, um zu erzählen was mit Kindern damals so passierte. Wir waren übrigens auf der „The Vaults“-Tour, es werden hier noch Schreckenstouren ab 12 oder sogar 18 angeboten – wir wollen gar nicht so genau wissen, was da dann so passiert.

Nach unserer Tour durch die Unterwelt laufen wir noch etwas durch die Stadt, wir essen zu Mittag und verbrauchen den Rest des Bargelds, das wir eigentlich nur beim Kaufen der super Pizza auf Skye gebraucht haben (sonst akzeptiert hier jeder Karte – sogar Straßenmusiker). Apropos Straßenmusiker: Am Scots Monument treffen wir noch auf eine Band die hier performt – sehr cool. Wir bleiben ein wenig und lauschen der guten Rockmusik – jetzt ist auch klar, wo wir das letzte Kleingeld lassen. Hier ein kleines Video für euch: https://youtu.be/hp7zOYO7ueE (Link zu YouTube).

Anschließend tun wir es den Einheimischen gleich und setzen/legen uns ein wenig in den Park – mittlerweile ist der Himmel blau und die Sonne lacht. Wir beobachten die Leute und freuen uns am Spaß der Kinder, die die schrägen Grashügel als Rutsche auserkoren haben.

Wir ziehen noch einmal weiter und suchen uns ein Café, bevor es mit dem Bus wieder zur Unterkunft geht, denn heute ist packen angesagt – morgen geht es wieder zurück nach Deutschland.

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