Hirnspuk

Wales Tag 15 – Portmeirion

Von Dolgellau geht es nach einer guten Nacht und einem netten Frühstück weiter nach Portmeirion. Nach etwa 45 Minuten Fahrt erreichen wir den großen kostenlosen Parkplatz vor Ort.

Dann folgt erst einmal der Eintritt: Wer hätte gedacht, dass tatsächlich der Eintritt in ein Dorf mit 20 £ pro Person der teuerste Eintritt unserer gesamten Reise werden wird?

Portmeirion selbst ist ein künstlich angelegtes Dorf, das vom Architekten Sir Clough Williams-Ellis als seine fantasievolle Idealwelt entworfen wurde. Dabei hat sich der Architekt vornehmlich vom italienischem Stil inspirieren lassen. Auffällig sind sofort die vielen bunten Häuser. Dabei fragen wir uns mehrfach, wie oft hier wohl nachgestrichen werden muss – vielleicht erklärt das ja teilweise auch den hohen Eintrittspreis ;)

Wir laufen zunächst nur am Rand der Ortes entlang und hinunter zum „Hafen“, in dem der Architekt ein Fake-Boot gebaut hat. Dann gehen wir den Coastal Walk entlang und haben dabei schöne Ausblicke über die Küste sowie die vorgelagerten Sandbänke im Meer. Anschließend geht es für uns weiter auf Teilen des Wood Walks durch die etwas ruhigeren, grünen Bereiche des Geländes. Über diesen Weg kehren wir schließlich wieder zurück in den eigentlichen Ort.

Gerade dort wird der Eindruck dann noch einmal deutlich stärker: Wir kommen wieder zur bunten, teils fast überladenen Architektur von Portmeirion. Und es ist nicht nur italienisch, sondern ein wilder Stil-Mix, sehr stark beeinflusst von italienischer und griechischer Architektur und Mythologie, zwischendurch tauchen aber plötzlich auch asiatische oder fast mittelalterlich wirkende Elemente auf. Alles wirkt ein wenig zufällig zusammengewürfelt – aber genau das macht vermutlich auch den besonderen Charakter des Ortes aus.
Wir müssen feststellen: Die vielen Farben, verschiedenen Elemente, Gebäude, Stile sind fast ein wenig überwältigend für die Augen. Auch wird recht deutlich klar, dass Portmeirion im Grunde vor allem ein Touristenort mit Hotels, Restaurants, Shops und Ferienunterkünften ist. So sind leider auch einige Bereiche abgesperrt und nur für Residents zugänglich.

Während eines Großteils unseres Besuchs regnet bzw. nieselt es leider. Trotzdem verbringen wir insgesamt etwa 3¼ Stunden hier und schauen uns in Ruhe die verschiedenen Bereiche an. Wenn es schon so teuer ist, dann wollen wir es auch richtig gesehen/erlebt haben, und da der Tag heute nicht zu voll geplant ist, was nach dem gestrigen auch sehr gut ist, haben wir ausreichend Zeit.

Insgesamt finden wir Portmeirion durchaus nett und definitiv interessant anzuschauen, gerade weil es so verrückt und ungewöhnlich ist. Ob es allerdings wirklich 20 £ Eintritt wert ist? Wahrscheinlich eher nicht. Andererseits: So etwas sieht man eben auch nicht alle Tage.

Ein Tipp für alle, die Portmeirion besuchen möchten: Wenn man dort im Hotel essen geht, kann sich der hohe Eintritt wohl umgehen lassen. Für etwa 32 £ pro Person bekommt man ein Zwei-Gänge-Menü und erhält den Eintritt anschließend kostenlos dazu. Günstig ist das zwar auch nicht, aber eventuell die bessere Kombination.

Eigentlich haben wir danach noch einen Stopp bei Black Rock Sands geplant. Aufgrund des Wetters beschließen wir allerdings, diesen ausfallen zu lassen – zumal die Parksituation dort laut unserer Recherche wohl auch etwas seltsam sein soll.

Stattdessen fahren wir direkt weiter zu unserer nächsten Unterkunft auf der Halbinsel Llŷn, dem „Nanhoron Arms Hotel*“ in Nefyn, das wir nach etwa 50 Minuten Fahrt erreichen. Unser Zimmer ist schön groß, nur etwas kühl. Zum Glück gibt es eine kleine elektrische Heizung, denn die Zentralheizung wird nur zeitgesteuert in Betrieb genommen. Nach etwas Entspannen, Bloggen, Lesen gehen wir im Restaurant etwas leckeres Essen, aber mit Jacke – irgendwie scheinen die Waliser ein anderes Temperaturgefühl zu haben. Dann drehen wir noch eine kurze Runde durch den Ort und finde dabei einen Geocache.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu