Hirnspuk

Wales Tag 16 – Caernarfon Castle

Nach unserem Besuch beim Plas yn Rhiw fahren wir wieder Richtung Norden. Das Navi führt uns erneut über kleine, kurvige Nebenstraßen. Irgendwann erkenne ich plötzlich eine markante Säule. Moment mal … das ist doch nicht etwa unser Hotel von letzter Nacht?! Eigentlich wollten wir diesmal eine andere Route fahren, aber offenbar hat es Google Maps in Nefyn so gut gefallen, dass wir dort einfach nochmal durch geschickt werden. Dafür bekommen wir nun aber eine wirklich schöne Strecke direkt am Berghang entlang mit Blick aufs Meer.

Kurz vor unserem nächsten Ziel legen wir nach etwa einer Stunde Fahrt noch einen kurzen Tankstopp ein und erreichen anschließend Caernarfon. Dort parken wir auf einem größeren Parkplatz und zahlen unser Ticket bequem per PayByPhone – der Automat hätte ohnehin nur Münzen akzeptiert. Im Nachhinein hätten wir an diesem Sonntag vermutlich auch irgendwo kostenlos an der Straße parken können, aber so war es definitiv unkomplizierter.

Von dort laufen wir durch den Ort zur Caernarfon Castle (UNESCO). Schon von außen wirkt die Anlage riesig, mit mehreren großen Ecktürmen und massiven Mauern. Mit unseren Online-Tickets geht es schnell hinein. Bevor wir unsere Erkundung beginnen, machen wir aber erst einmal Mittagspause auf einer Bank und halten dabei die Möwen etwas im Zaum.

Dann beginnt die eigentliche Entdeckung der Burg – und die ist wirklich beeindruckend. Das gesamte Gelände (also in den Türmen, Gebäuden, Mauern) wirkt wie ein Labyrinth. Ständig zweigen irgendwo neue Gänge oder Treppenhäuser ab, alles ist auf mehreren Ebenen miteinander verbunden, manches endet plötzlich in einer Sackgasse oder ist gesperrt. Wirkliche Ausschilderung gibt es kaum, vereinzelt gibt es aber immerhin ein paar Infotafeln. Gerade das macht das Erkunden aber unglaublich spannend. Teilweise gibt es in einem einzigen Turm mehrere verschiedene Treppenhäuser. Manche Türme besitzen große Innenräume, um die wiederum noch ein Gang herumführt. Dadurch zeigen manche Fenster nicht einmal nach draußen, sondern in den inneren Rundgang. Von dort gelangt man dann teilweise weiter auf die Mauern oder in andere Türme. An einigen Stellen finden wir in diesen Gängen aber auch kleine Räume mit großen Fenstern inklusive Sitzmöglichkeiten in den tiefen Fensterlaibungen, andere besitzen dagegen nur enge Schießscharten.

Man kann praktisch jeden Turm erklimmen, manche Eckgebäude bestehen sogar aus mehreren biz zu einer gewissen Höhe verbundenen Türmen. Mit Kindern könnte man hier vermutlich problemlos einen ganzen Tag verbringen und versuchen, wirklich jede Treppe und jeden Gang zu erkunden. Wir haben bei unserem Besuch nicht mitgezählt, wie viele Stufen wir gelaufen sind, aber es waren eine Menge und trotzdem haben wir längst nicht alles gesehen.

Insgesamt eine wirklich fantastische Burganlage mit enorm vielen Möglichkeiten zum Erkunden. Durch die labyrinthartige Struktur allerdings auch ziemlich anstrengend, wenn man möglichst viel sehen möchte.

Nach unserem Besuch finden wir unterhalb der Burg noch einen Geocache und laufen anschließend noch kurz durch den Ort. In einem Souvenirshop kaufen wir schließlich noch einen kleinen Solar-Wackel-Drachen – der darf sich zuhause gerne zu unserer Winkekatze und der Winke-Queen gesellen.

Insgesamt verbringen wir hier, inklusive Wege vom und zum Auto sowie etwas Umschauen im Ort, knapp 3½ Stunden.

Danach geht es weiter zu unserer Unterkunft für die nächsten vier Nächte. Nach etwa 15 Minuten Fahrt und der Überquerung der Menai Suspension Bridge erreichen wir das „The Anglesey Arms“, einen Pub mit Hotelzimmern. Zunächst beziehen wir unser Zimmer, anschließend geht es direkt wieder hinunter zum Abendessen. Es gibt Sunday Roast und später noch Brownie als Nachtisch. Geschmacklich wirklich gut, aber leider dauert alles deutlich länger als gehofft. Offenbar wurde heute etwas knapp mit Servicepersonal geplant, gleichzeitig sind mehrere größere Gruppen da, von denen zumindest eine wohl komplett einzeln zahlen möchte. Zwischenzeitlich bildet sich sogar eine richtige Schlange an der Kasse.

Nach dem Essen drehen wir noch eine kleine Runde durch die Umgebung, suchen einen Cache und laufen etwas an der Uferpromenade entlang – und was auch sonst: Ebbe.

Zurück im Zimmer wird dann noch geplant und recherchiert, etwas gebloggt und eine Postkarte geschrieben, bevor wir schließlich ins Bett gehen.

Ein Kommentar zu “Wales Tag 16 – Caernarfon Castle

  1. Sabine

    was für eine riesige Anlage. Hier kann man sich echt verlaufen. Sehr schöne Bilder. Ich habe mich wie in der Burg gefühlt, bekam fast Panik, dass ich nicht mehr raus finde.

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