Hirnspuk

Wales Tag 17 – Anglesey – Llugwy

Nach einer ganz guten Nacht starten wir in den Tag. Die Betten hier gehören definitiv zu den besseren Exemplaren – eine sehr gute Nachricht, wenn man gleich vier Nächte an einem Ort bleibt. Allerdings hört man den Pub und die Küchenlüftung von unten doch recht deutlich, solange dort noch Betrieb herrscht.

Nach dem Frühstück steht heute alles im Zeichen der Insel Anglesey. Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichen wir unser erstes Ziel bei Llugwy. Wir parken am Straßenrand und machen uns über die Weide auf den Weg.

Zuerst besuchen wir die Ruine einer kleinen Kapelle. Dabei handelt es sich wohl um eine ehemalige Dorfkirche. Was in dieser kleinen Kapelle besonders auffällt, ist die noch zu sehende Gruft. Außerdem bietet sich uns von hier ein schöner Blick über die Landschaft bis hin zum Meer.

Von hier geht es weiter über die Weide zu unserem eigentlichen Ziel: Din Lligwy, einem kleinen historischen Dorf aus der Römerzeit – allerdings nicht von den Römern selbst, sondern von der damaligen lokalen Bevölkerung erbaut.

Die Anlage gefällt uns richtig gut. Noch viele Grundmauern sowie einige Türsteine sind erhalten, sodass man sehr gut nachvollziehen kann, wie die Gebäude einst angeordnet waren. Ein Infoschild von Cadw hilft zusätzlich bei der Orientierung. Obwohl es sich eigentlich nur um ein kleines Dorf handelt, wirkt die Anlage überraschend groß. Insgesamt bestand sie wohl aus zwei Rundhäusern und fünf rechteckigen Gebäuden.

Besonders interessant finden wir den Aufbau der Mauern: Die Außenwände bestehen aus zwei Reihen großer Steine, deren Zwischenraum mit kleineren Steinen aufgefüllt wurde. Das lässt sich hier noch echt gut erkennen.

Danach laufen wir wieder zurück über die Wiese, vorbei am Auto und noch ein Stück an der Straße entlang. Unterwegs treffen wir auf eine Rentner-Wandergruppe, die unser nächstes Ziel eher zufällig entdeckt hat. Wir geben ihnen noch den Hinweis auf die Kapelle und das historische Dorf, bevor wir weiterziehen.

Auf der nächsten Weide erreichen wir schließlich ein Dolmengrab mit einem immens großen Deckstein, der wohl etwa 25 Tonnen wiegt. Das Grab liegt heute recht tief im Boden, was aber eigentlich Sinn ergibt – viele dieser Dolmen waren ursprünglich Hügelgräber und lagen daher einst vollständig unter Erde verborgen. Leider ist die Anlage inzwischen eingezäunt und das frühere Infoschild scheint ebenfalls verschwunden zu sein.

Nach insgesamt etwas mehr als einer Stunde geht es schließlich zurück zum Auto und weiter zum nächsten Ziel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu