Von der Penrhyn Castle geht es weiter zum zweiten „Plas Newydd“ auf dieser Reise. Auch dieses Estate wird vom National Trust betreut (praktisch mit INTO-Mitgliedschaft) und liegt wieder auf unserer aktuellen Heimatinsel Anglesey, genauer gesagt beim Ort mit dem herrlich kurzen Namen „Llanfairpwllgwyngyll“ oder in lang: „Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch“.
Nach etwa 20 Minuten Fahrt erreichen wir den Parkplatz. Im Vergleich zu anderen Estates wirkt dieses hier deutlich neuer. Vom Parkplatz aus laufen wir auf das Gelände und sehen als Erstes die Stallungen, die selbst schon fast wie ein Herrenhaus aussehen.
Direkt davor auf der Wiese befinden sich auch die Dolmen, wegen denen wir unter anderem hierher gekommen sind. Es handelt sich um zwei Nebeneinanderliegende, von denen einer deutlich größer ist als der andere. Interessanterweise gibt es dazu keinerlei Informationen vor Ort. Die Dolmen wirken eher wie dekorative Parkelemente als wie historische Monumente.
Danach gehen wir weiter zum eigentlichen Haus, das allerdings schon bald schließen wird. Insgesamt finden wir die Innenräume eher wenig spannend. Viele Gemälde und einige militärhistorische Ausstellungen – nichts, was uns wirklich interessiert.
Ein Raum sticht allerdings absolut hervor: Dieser ist nahezu vollständig mit einem riesigen Wandgemälde bedeckt. Die Leinwand dafür wurde wohl ursprünglich in einem extra angemieteten Atelier am Stück bemalt, anschließend hierher transportiert, an die Wand geklebt und vor Ort erweitert – an einer Stelle ist es jedoch unvollendet geblieben.
Das Bild selbst ist unglaublich detailreich. Es zeigt eine Fantasielandschaft, in der Gebäude und Elemente aus aller Welt auftauchen – wohl komplett aus dem Gedächtnis gemalt und mit nicht realen Größenverhältnissen. Auf dem Bild gibt es viele Anspielungen und natürlich sind auch die ehemaligen Besitzer des Hauses an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichsten Formen versteckt.
Besonders spannend, ist dass die Perspektive je nachdem, von welcher Seite des Raumes man das Gemälde betrachtet, komplett anders wirkt. Auf viele dieser Details werden wir netterweise von einem NT-Mitarbeiter hingewiesen.
Anschließend schauen wir uns noch etwas im Außenbereich des Estates um. Der Blick aufs Wasser ist wirklich schön, ansonsten handelt es sich aber eher um einen klassischen Landschaftspark als um einen aufwendig gestalteten Garten – schön, aber nicht so viel zu entdecken.
Eigentlich wollen wir danach noch zu „Bryn yr Hen Bobl“, einem Hügelgrab südlich des Estates. Wir gehen davon aus, dass wir dieses einfach vom Gelände aus erreichen können. Allerdings stehen wir irgendwann plötzlich vor einem Zaun zur benachbarten Weide. Eine kurze Recherche ergibt dann leider: Zutritt nur mit Genehmigung. Also bleibt uns lediglich ein Blick aus der Ferne, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.
Nach insgesamt etwa 1½ Stunden Aufenthalt fahren wir weiter zu unserem nächsten Ziel.






















