Hirnspuk

Wales Tag 18 – Penrhyn Castle

Nach einer weiteren Nacht hier in Menai Bridge werden wir morgens von einer neugierigen Möwe vor unserem Fenster begrüßt, dann geht es nach dem Frühstück zunächst wieder von der Insel herunter zur Penrhyn Castle (National Trust = danke INTO für den freien Eintritt für uns). Die Burg erreichen wir nach gut einer halben Stunde Fahrt, wobei wir unterwegs noch einen kurzen Zwischenstopp beim ALDI einlegen.

Wir parken und laufen Richtung Eingang, als es plötzlich anfängt, wie aus Eimern zu schütten. Also stellen wir uns erst einmal am Eingangsbereich unter. Schließlich entscheiden wir, dass ich mich mit dem Regenschirm noch einmal zurück zum Auto kämpfe, um die Regenhosen zu holen. Also schnell zurück, halbwegs umständlich die Regenhosen anziehen – und natürlich lässt der Regen genau dann langsam wieder nach. Immerhin sind wir jetzt vorbereitet, auch wenn die Bewegung mit Regenhose doch etwas eingeschränkt ist und es darin recht schnell ziemlich warm wird.

Dann geht es endlich auf das Gelände des Estates. Als wir das Haus erreichen, entscheide ich mich allerdings doch wieder gegen die Regenhose – und kurz darauf geht es ohnehin hinein.

Penrhyn Castle ist riesig und eher im Stil einer romantisierten Burganlage gebaut als wie eine klassische mittelalterliche Festung. Innen erwartet uns eine wirklich beeindruckende Menge an Räumen. Überall gibt es unglaublich viele Details zu entdecken: aufwendige Steinmetzarbeiten, Grotesken, Verzierungen und teilweise auch etwas … eigenwillige Figuren, darunter einige ziemlich creepy wirkende „Delfine“.

Die verschiedenen Gebäudeteile gehen ständig ineinander über, es gibt mehrere Treppenhäuser und zahlreiche verwinkelte Übergänge. Gleichzeitig existiert ein kompletter separater Bereich nur für die Servants, also die damaligen Bediensteten.

Die Geschichte des Ortes ist durchaus zwiespältig: Die Familie wurde unter anderem durch Zuckerplantagen auf Jamaika sowie den Schieferabbau in Wales sehr reich – ersteres natürlich eng verbunden mit Sklaverei. Gleichzeitig haben sie aber wohl auch viel Geld in die Region investiert, etwa in Straßen oder Eisenbahnverbindungen.

Nach etwa zwei Stunden Besichtigung gönnen wir uns im NT-Café erst einmal Pasties sowie einen Brownie zum Teilen. Anschließend machen wir noch einen kurzen Abstecher in die Walled Gardens. Diese sind auf mehreren Ebenen angelegt und besitzen verschiedene Wasserbecken und Teiche, von denen einige inzwischen recht stark überwuchert wirken. Besonders auffällig ist hier der riesige Giant Rhubarb. Das restliche Parkgelände lassen wir aus Zeitgründen aus – das Estate umfasst schließlich viele Hektar Land.

Nach insgesamt etwa 3½ Stunden Aufenthalt geht es schließlich weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu