Nach einer etwas zu warmen, aber ansonsten recht guten Nacht, gibt es für uns ein Frühstück vom Buffet. Gut so, denn so kann ich heute eher magenschonend unterwegs sein, also nichts von den warmen Sachen.
Dann geht es los – nach etwas 30 Minuten Fahrt erwartet uns die Tintern Abbey. Die Tickets haben wir vorab online gekauft, so spart man noch ein paar Pence. Vor uns liegt ein großes Gelände mit vielen Mauerresten, teilweise aber auch noch komplett erhaltenen Wänden oder ganzen Räumen. Hinweisschilder gibt es leider nur wenige, mit etwas genauerem Hinschauen lässt sich dennoch einiges rekonstruieren.
Die Abbey liegt schön ruhig im Tal und wirkt insgesamt ziemlich beeindruckend. Es gibt viele kleinere Details zu entdecken: Dekorreste, alte Schränke, Kamine und vor allem ein erstaunlich ausgeklügeltes Wasser- und Abwassersystem. Offenbar war hier nahezu alles über Kanäle miteinander verbunden und das Wasser konnte mithilfe von Brettern gezielt unterschiedlich geleitet werden.
Die ehemalige Kathedrale ist enorm groß, derzeit leider aber größtenteils nicht zugänglich. Grund dafür sind laufende Instandhaltungsarbeiten, da sich der Stein zunehmend zersetzt.
Etwa 400 Jahre lang war Tintern Abbey ein Kloster der Zisterzienser. Es gab hier Chor-Mönche und bis zu 80 Arbeitsmönche,. Dies änderte sich mit der Pest, die dafür sorgte, dass es zu wenige Arbeitsmönche oder deren Nachwuchs gab, daher musste das Kloster durch Verpachtung der Ländereien Geld verdienen, statt wie bisher alles selbst zu machen. Das Kloster existierte bis König Heinrich (Henry) VIII. die Klöster enteignen und auflösen ließ. Danach wurden Teile wohl kurzzeitig als Wohnungen genutzt. Später entstand direkt daneben eine größere Eisenindustrie – die Abgase waren für die Bausubstanz allerdings nicht sehr förderlich.
Im 17. Jahrhundert wurden beim „Aufräumen“ zudem viele herumliegende Steine einfach im Fluss entsorgt. Erst im 18./19. Jahrhundert wurde die Ruine während der Romantik als touristisches Ziel entdeckt. Dabei wurden lose Steine dekorativ aufgeschichtet und Efeu galt als besonders stimmungsvoll – was die Struktur der Anlage allerdings weiter beschädigte.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann man schließlich mit ersten Restaurierungsarbeiten. Teilweise entdecken wir sogar Steine mit eingeritzten Jahreszahlen wie „1904“.
Insgesamt besuchen wir die Anlage etwa 2 Stunden, bis wir wieder aufbrechen und dabei feststellen, dass wir auf dem Parkplatz evtl. ein Parkticket benötigt hätten. Ein eindeutiges Schild stand hier jedoch nicht – zum Glück haben wir aber keinen Strafzettel bekommen.




























