Nach einer recht passablen Nacht geht es mir am Morgen zum Glück wieder besser, abgesehen von den inzwischen fast schon normalen Verspannungen durchs Schlafen in fremden Betten.
Wir essen im Pub unser vorbestelltes Frühstück. Auch heute wird es kein Full Welsh – wir wollen es ja nicht gleich übertreiben. Stattdessen probieren wir einen Welsh Rarebit, eine lokale Spezialität. Im Grunde handelt es sich dabei um geröstetes Brot mit einer würzigen Käse-Bier-Sauce mit Senf und Worcestersauce verfeinert und dann überbacken. Grundsätzlich ganz lecker, aber für unseren Geschmack etwas zu senflastig – und vielleicht doch eher nichts fürs Frühstück.
Pünktlich um 10 Uhr geht es weiter zur Caerphilly Castle, die uns auch unser Host sehr empfohlen hat.
Vor Ort gestaltet sich die Parkplatzsuche erstmal etwas schwierig. Die Beschilderung ist nicht besonders eindeutig und so verfahren wir uns zunächst, biegen dann in eine ruhige Anwohnerstraße ab, um erstmal kurz zu recherchieren, wo genau die offiziellen Parkplätze liegen und ob diese überhaupt sinnvoll sind. Wir finden schließlich eine bessere Alternative, stellen das Navi neu ein und kaufen gleich auch noch die Eintrittstickets für die Burg online. Nach insgesamt etwa 45 Minuten Fahrt inklusive Parkplatzsuche parken wir schließlich, laufen vorbei am Caerphilly Cheese, über die Straße die Böschung hinauf und stehen dann direkt vor der Burg.
Die Anlage ist wirklich groß: eine Burg mit Wassergräben, die fast wirkt wie mehrere miteinander verbundene Inseln. Vorne zunächst eine lange Wehrmauer, dahinter nochmals Wasser und dann erst der Übergang zur eigentlichen Burganlage. Im Innenhof hören wir zunächst die Legende des roten und weißen Drachen (Spoiler: der rote hat gewonnen und ziert daher die Walisische Flagge) und betrachten den schiefen Turm, bevor es dann wirklich hinein geht.
Durch fast die gesamte Burg führt eine audiovisuelle Tour. Diese ist grundsätzlich nett gemacht, lenkt aber teils auch etwas vom eigentlichen Gebäude ab. Außerdem ist alles zweisprachig gehalten, wodurch es manchmal etwas schwierig wird, der Geschichte wirklich zu folgen. Denn jede Figur spricht ihre Passage erst auf Englisch und dann nochmal auf Welsh, bevor die nächste Person im gleichen Stil antwortet. In einem Gebäudeteil wurde zusätzlich eine Art Gerüstzelt aufgebaut – warum genau, erschließt sich uns nicht ganz. Dadurch lassen sich manche Bereiche und Informationen zum historischen Gebäude nur eingeschränkt wahrnehmen. Der hinterste Abschnitt der Anlage (außerhalb der Gebäude, aber noch innerhalb der Mauern) ist zudem wegen Bauarbeiten gesperrt.
Insgesamt dennoch eine beeindruckend große Anlage, auch wenn man sie durch die Inszenierung und Sperrungen nicht immer vollständig auf sich wirken lassen kann. Schön ist aber, dass man viele Türme, Räume und verschiedene Ebenen betreten kann und dadurch einiges zu erkunden hat.
Zum Abschluss essen wir auf dem Burggelände noch unser mitgebrachtes Mittagessen, bevor es zurück zum Auto geht. Insgesamt verbringen wir etwa 3 Stunden hier.






































