Hirnspuk

Schottland – Tag 3 – The Hill House

Etwas bematscht geht es weiter in Richtung Helensburgh – um genau zu sein zum Hill House.

Nein, es ist kein Haus, das einsam auf einem Berg steht – es ist ein Haus, das aktuell in einem großen Stahlkasten steht. Klingt seltsam? So sieht es auch aus.

Das Hill House ist ein Haus, dass durch den Jungendstil-Architekten Macintosh entworfen und erbaut wurde. Leider hat er damals viel auf Ästhetik und moderne Materialien – in diesem Fall Beton – gesetzt, aber nicht auf lang bewährte, haltbare Baustoffe. So zersetzt das eindringende Wasser die Mauern von innen, und da hat man als (zumindest vorübergehende) Lösung einfach ein großes Dach über bzw. einen Kasten um das ganze Haus errichtet.

Bei unserer Recherche vorab haben wir, wie auch bei unserem ersten Irland-Besuch, wieder verschiedene lokale Kulturerbe-Organisationen gefunden. Bei den meisten hätte sich für uns jedoch eine Mitgliedschaft nicht rentiert, dann sind wir aber über NTS (National Trust Scotland) gestolpert, bei dem die Mitgliedschaft erschwinglich ist. Jedoch ist sie nur für Briten zugänglich, wie sich bald herausstellte. Zu unserem Glück kann man aber über alle Mitgliedsorganisationen im internationalen Verband „INTO“ ebenfalls in Schottland als Mitglied zählen. So sind wir nun Mitglied im „Kulturerbe Bayern“ xD

Über die Mitgliedschaft bei INTO durften wir dieses Haus kostenlos besuchen, noch viel besser: Wir sind nur durch unsere Recherche beim NTS überhaupt darauf aufmerksam geworden – und es hat sich echt gelohnt. Wir dürfen das Haus mit all seinen Jugendstil-Elementen erkunden, uns im Cafe ein Mittagessen gönnen und zum Abschluss noch einmal über das Haus laufen (auf Stegen an der Decke der Box).

Das Haus war ein für die Familie Blackie entworfenes Wohnhaus mit Arbeits-, Schlaf- und Kinderzimmern sowie Wohnraum, etc. und einem Bediensteten-Bereich. Die Zimmer sind teils voll im damaligen Stil möbliert (teils original) und zeigen verschiedenste Design-Details wie handgestempelte Tapeten mit dem für Macintosh typischen Rosenmuster, kunstvolle Glaslampen, gewebter Stuhlschmuck und unbequem aussehenden Design-Möbel. Uns fällt auf, dass manche der Räume hell und lichtdurchflutet, andere aber sehr dunkel mit schwarz-braunen Holzvertäfelungen gestaltet sind.
Um das Haus finden wir noch einen großen, schön angelegten Garten, in dem die Haus-Schutz-Box jedoch etwas entstellt wirkt.

Nach dem Besuch des Hauses haben wir noch etwas Zeit und wollen kurz Helensburgh besichtigen. Es bleibt hier allerdings bei einem kurzen Spaziergang an der Promenade, denn sonderlich schön ist es hier nicht. Dann auf zu unserer nächsten Unterkunft in Luss (am Loch Lomond).

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