Nach unserem Besuch von Cilgerran Castle geht es weiter zu unserer nächsten Unterkunft: Wildernest. Auf die kleine Anlage sind wir bereits bei unserer Reiseplanung durch ein sehr sympathisches YouTube-Vlogger-Paar aufmerksam geworden. Umso mehr freuen wir uns, dass wir hier auch nur zwei Nächte bleiben dürfen, denn normalerweise gilt eigentlich eine Mindestaufenthaltsdauer von drei Nächten.
Schon bei der Ankunft merken wir schnell: Das hier wird etwas Besonderes. Unsere kleine Cabin „Cuddfan“ liegt mitten im Grünen auf dem weitläufigen Gelände einer ehemaligen Farm. Jane, eine der Hosts, begrüßt uns freundlich, dazu wird erst einmal mit Hund Stig Ball gespielt – ein ziemlich sympathischer Empfang.
Unsere Unterkunft ist gemütlich und gleichzeitig erstaunlich gut ausgestattet. Unten gibt es eine kleine Küche, einen Wohnbereich mit Kamin und schönem Blick in die Natur sowie ein großes, recht modernes Bad. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass das Licht im Bad nur über einen Bewegungsmelder funktioniert – was morgen früh noch zu einer Dunkel-Dusche führen wird. Über eine steile Treppe geht es hinauf zum Schlafzimmer unter dem Dach. Die Durchgänge dort oben – und auch bereits die Eingangstür – sind allerdings sehr niedrig. Das verifizieren wir im Laufe des Aufenthalts mehrfach unfreiwillig mit unseren Köpfen.
Wir beziehen erst einmal die Unterkunft und erkunden anschließend das Gelände. Neben unserer Cabin gibt es noch zwei weitere Unterkünfte („Ty Twt“ und „The Stoep“), außerdem die große „Longbarn“, einen Gemeinschaftsraum mit Kamin, Spielen und Sitzmöglichkeiten. Tagsüber wird dieser Bereich teilweise auch von Wildernest Care Farm genutzt – einem Projekt für Menschen mit Autismus und anderen zusätzlichen Lernbedürfnissen, das hier naturnahe Aktivitäten, Handwerk und gemeinsames Arbeiten anbietet.
Das Gelände selbst gefällt uns richtig gut: viel Natur, Wiesen, Bäume, ein Teich und überall Tiere. Wir laufen an den drei Ziegen vorbei, beobachten freilaufende Hühner und werfen auch einen kurzen Blick durchs Fenster in die anderen Cabins. Insgesamt sind wir während unseres Aufenthalts die einzigen Gäste hier – herrlich ruhig also.
Am Abend bekommen wir unser vorbestelltes Essen direkt von den Hosts (Jane & Hugh) gebracht. Es gibt mit Spinat, Käse und Zwiebeln gefüllten Filoteig mit Sesam obendrauf, dazu Kartoffeln und wilden Brokkoli. Als Nachtisch Brownies mit Erdbeeren und – warum auch immer – flüssiger Sahne und Butter. Alles schmeckt wirklich hervorragend.
Auch der Frühstückskorb kann sich sehen lassen: ein richtiges Brot, Eier, kleine selbstgemachte Marmeladen, Müsli, Butter, Pilze, Tomaten, Bacon sowie Apfelsaft von der Farm und Milch stehen bereits in der Unterkunft bereit.
Den Abend verbringen wir mit bloggen (hier vornehmlich Texte schreiben, denn die Internetverbindung lässt das Hochladen der Bildergalerien leider nicht zu), lesen, spielen und Vogelbeobachtung. Direkt vor der Küchen-Balkontür hängt ein Birdfeeder, der erstaunlich gut besucht wird.
Die Nacht selbst ist allerdings etwas anstrengend. Das Bett ist für unseren Geschmack recht hart und auch eher schmal. Dazu stürmt und regnet es ziemlich stark – direkt unter dem Dach ist das entsprechend deutlich zu hören.
Am nächsten Morgen werden wir dafür direkt entschädigt: Neben den üblichen Spatzen und Meisen entdecken wir gleich zwei verschiedene Spechte am Birdfeeder. Während Tine duscht, fahre ich noch kurz zum etwa 8 Minuten entfernten Costcutter, um unser Frühstück etwas „kompatibler“ zu gestalten. Wir beschließen nämlich, Eier, Bacon, Pilze und Tomaten lieber abends zu essen. Also bringe ich zusätzlich Käse, Joghurt, Gurke und Erdbeeren mit.
So frühstücken wir ganz gemütlich mit Blick auf die Vögel draußen vor der Tür – definitiv einer der entspannteren Morgen dieser Reise.
Nach unserem Tagesausflug (gesonderte Beiträge folgen) werden wir von einem der Hühner begrüßt, das uns bis zur Tür folgt. Den Abend verbringen wir wieder recht ruhig mit lesen, bloggen, kochen und Vogelbeobachtung. Aus dem Frühstückskorb machen wir uns ein leckeres Rührei mit Bacon, Pilzen und Tomaten. Dazu essen wir noch unterwegs gekaufte Pasties, die allerdings leider nicht so ganz unseren Geschmack treffen. Dafür ist der Apfelsaft sehr lecker.
Später drehen wir noch eine kleine Runde über das Gelände. Dabei begegnen wir unter anderem einem Reh und schauen erneut bei den inzwischen sehr aktiven Ziegen vorbei, die gerade gefüttert wurden.
Auch am zweiten Morgen schauen wieder mehrfach Spechte vorbei. Zum Frühstück gibt es die zweite Hälfte des des Brotes und Müsli, bevor wir schließlich auschecken.
Besonders schön fanden wir hier die vielen Tiere, die wir während unseres Aufenthalts beobachten konnten:
- verschiedene Hühner
- drei Ziegen
- Hund Stig
- Rotkehlchen
- zwei verschiedene Spechte
- Amseln
- Spatzen
- Kohl- und Blaumeisen
- Mäuse
- Stieglitze
- Eichhörnchen
- Buchfinken
- ein Gimpel-Pärchen
- Krähen
- Enten
- ein Reh
- und natürlich jede Menge Insekten
Insgesamt definitiv eine unserer schönsten und ruhigsten Unterkünfte der Reise.












































